Neue Studie zum Online-Glücksspiel in Deutschland

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Neue Studie zum Online-Glücksspiel in Deutschland

Der Schwarzmarkt spielt eine große Rolle im Bereich des Online-Glücksspiels. Dies ist ein zentrales Ergebnis der Studie Online-Glücksspiel in Deutschland: Kanalisierung und Entwicklung des Schwarzmarktes des Handelsblatt Research Institute im Auftrag der Sport1 Medien AG.

Während die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder nur von einer geringen Bedeutung des illegalen Online-Glücksspiels ausgeht, lassen bisherige Studien und die Marktentwicklung den Schluss zu, dass der Anteil des illegalen Glücksspiels in jüngster Zeit zugenommen hat und jenseits der 50 Prozent liegt. Im Bereich des virtuellen Automatenspiels ist die Bedeutung noch größer. So schätzte das Hessische Finanzgericht im Herbst 2024, dass sich der Schwarzmarktanteil dort auf über 80 Prozent beläuft.

Ergebnis der Studie des Handelsblatt Research Institute ist, dass im gesamten Online-Bereich der Schwarzmarktanteil größer als 50 Prozent sein dürfte. Im Segment der Online-Casinos und virtuellen Automatenspielen spielt der Schwarzmarkt allerdings eine noch größere Rolle. Hier bewegt sich der Anteil im Bereich von 70 bis 80 Prozent.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei den illegalen Online-Glücksspiel-Anbietern vermehrt Intensivspieler:innen mit höheren Einsätzen aktiv sind. Insofern hat der Schwarzmarkt im Glücksspielbereich eine noch größere Bedeutung beim Spielaufkommen, als sie in den genannten Anteilswerten zum Ausdruck kommt. Neben den Auswirkungen auf den Spielerschutz entgehen den Ländern jährlich mehrere Hundert Millionen Euro an Steuereinnahmen pro Jahr.

Um den Spielerschutz zu stärken und die Steuereinnahmen zu erhöhen, ist eine Bekämpfung des Schwarzmarktes geboten, die aufgrund des einfachen digitalen Zugangs jedoch schwierig ist. Statt eines Verbotsansatzes sollte daher verstärkt auf eine Stärkung des legalen Glücksspielmarktes abgezielt werden. Ansatzpunkte hierfür sind Anpassungen bei der Besteuerung, der Spielgeschwindigkeit, dem Einsatzlimit, dem monatlichen Einzahlungslimit, der Zulassung neuer Spiele sowie der Regulierung von Online-Casinos. Auch eine Umstellung auf die Rohertragsbesteuerung – wie in der gesamten EU üblich – würde eine geeignete Stärkung des legalen Online-Glücksspielmarktes mit sich bringen.

 

Die Studie steht Ihnen hier kostenfrei zur Verfügung.

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