Johannes Koch
Vorstandsmitglied, DZ BANK AG
Ist Co-Creation für ein Unternehmen aus dem Genossenschaftsbereich eigentlich Teil der DNA?
Unbedingt – auch wenn wir es bislang nicht als Co-Creation bezeichnet haben, ist das Konzept in der dezentralen Struktur der genossenschaftlichen Finanzgruppe bereits angelegt. Insofern spielt Co-Creation auch bei der DZ BANK eine wichtige Rolle, und wir nutzen sie für zahlreiche Projekte. Die Einbindung unserer Eigentümer, der Primärbanken, die zugleich unsere wichtigste Kundengruppe sind, ist bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen erfolgskritisch.
Gehört zu solchen Projekten auch die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern?
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an relevanten Technologien und Trends, die ein einzelnes Unternehmen nicht mehr umfassend beherrschen kann. Ein breites Co-Creation-Netzwerk ist hier extrem wichtig. Deswegen arbeiten wir bei einzelnen Themen, etwa im Zahlungsverkehr, auch mit Privatbanken und dem Sparkassensektor zusammen.
Wie haben Sie die dafür nötige Offenheit im Unternehmen erreicht?
Es ist kein Schalter, den man einfach umlegen kann, sondern ein Prozess, der Zeit benötigt. Dazu gehört die Erkenntnis, dass sich die Rahmenbedingungen am Markt verändert haben und neue Ansätze notwendig sind. Wir haben zunächst erste Erfahrungen mit kleinen Projekten gesammelt und dadurch den Nutzen von Co-Creation für die Organisation „erlebbar“ gemacht. In einem iterativen Prozess wächst daraus die Offenheit für größere Projekte und eine intensivere Zusammenarbeit – auch mit Unternehmen und Start-ups außerhalb der Finanzindustrie. Es bestehen aber natürlich Grenzen – etwa durch das Kartellrecht oder wenn der eigene USP tangiert wird.
