Isabel Hartung
Beiratsvorsitzende (Komet Irrigation; freiheit.com), Beirätin (Röchling Group; thinkers.ai), Kuratorin im Fraunhofer ILT und Senior Advisor
Welche Rolle spielt das Thema „Fachkräfte“ für die Transformation der Unternehmen in Deutschland?
Die Unternehmen in nahezu allen Branchen befinden sich in mehr oder weniger großen Transformationen. Dabei stehen zwangsläufig die Beschäftigten im Mittelpunkt. Die Unternehmen müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie ihre Leute bei der Transformation mitnehmen, und es schaffen, dass diese den Wandel auch selbst treiben.
Gehört dazu auch die Skill-Frage?
Ja, definitiv. Das Thema Qualifikation ist äußerst wichtig. Welche neuen Kompetenzen werden im Unternehmen benötigt und wie können diese dort verankert werden? Ein Beispiel aus dem Automobilbereich: Hier haben wir viele Beschäftigte in der Motorenentwicklung, deren Kompetenzen künftig nicht mehr in dem Umfang benötigt werden. Was machen wir mit diesen Personen? Es sind ja alles hervorragend ausgebildete und in vielen anderen Themen qualifizierte Leute, die die Unternehmen nicht verlieren sollten.
Mit solchen Fragen müssen sich die Geschäftsführung und die Führungskräfte auseinandersetzen. Gleichzeitig muss auch die Führung selbst sich wandeln. Wir brauchen eine andere Art von Führung, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Weiterentwicklung inspiriert und mehr inkludiert – beispielsweise mit Blick auf die verschiedenen Generationen im Unternehmen.
Denken Sie an die Gen Z?
Ja, aber nicht nur. In jedem Unternehmen gibt es eine Mischung verschiedener Generationen. Wir dürfen nicht immer nur auf eine von denen blicken, sondern wir müssen alle Leute motivieren und bei ihnen Eigenengagement stärken.
