Gilles Grapinet
CEO, Worldline S.A.
Welche Bedeutung hat Co-Creation für Worldline?
Co-Creation ist für uns sehr wichtig und liegt in unserer Unternehmens-DNA. Ein Grund dafür sind die Veränderungen im Banken- und Finanzsektor. Der Bereich für Zahlungsdienstleistungen wird zunehmend von Technologie bestimmt. Das wiederum macht Kooperationen zwischen Finanzunternehmen und Technologieanbietern notwendig, bis hin zur Gründung von echten Joint Ventures.
Die Disruption im Zuge der Digitalisierung wirkt als Treiber für Co-Creation.
Haben Sie ein Beispiel für eine solche Kooperation bei Worldline?
Ein Beispiel ist Payone. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture zwischen Worldline und den Sparkassen in Deutschland – der DSV-Gruppe. Payone ist ein Anbieter von bargeldlosen Zahlungslösungen für den deutschen und österreichischen Markt. Das Unternehmen spiegelt den stärkeren Technologiefokus im Finanzsektor wider. Zugleich ist es ein gutes Beispiel für ein Co-Creation-Projekt mit einem Finanzpartner und einem Technologieanbieter, die sich durch die Zusammenarbeit in ihren Kompetenzen ergänzen und so einen Mehrwert schaffen.
Was war wichtig für den Erfolg bei dieser Zusammenarbeit?
Für mich sind das vor allem zwei Punkte: Das Problem muss erstens klar sowie konkret benannt werden, und für die Partnerschaft muss zweitens eine angemessene Governance eingerichtet werden. Damit sind das Ziel und der Rahmen, auf den alle hinarbeiten müssen, klar definiert.
Unter Umständen konzentriert sich das Projekt nur auf ein Produkt, weshalb der gesamte Co-Creation-Aufwand steigt. Gleichzeitig wird ein großer Markt benötigt, um das Projekt auszuweiten. Genau dafür ist der europäische Binnenmarkt prädestiniert.
