HRI-Konjunkturprognose: Wachstum ja, aber Deutschlands Bevölkerung wird trotzdem ärmer

Düsseldorf, 18. September 2026 – Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich besser als erwartet. Das Konjunkturteam des Handelsblatt Research Institute prognostiziert für 2026 ein reales Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent und für 2027 von 1,4 Prozent. Vor allem die Erholung des Außenhandels und positive Entwicklungen in Teilen der Industrie sorgen für neue Impulse.
Doch die positive Entwicklung sollte nicht über die strukturellen Herausforderungen hinwegtäuschen. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Bildungsdefizite und eine weiterhin zurückhaltende Investitionstätigkeit belasten die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig wird ein wachsender Teil des Wirtschaftswachstums durch staatlichen Konsum und staatliche Investitionen getragen. Das BIP steigt, obwohl das Wohlstandsniveau vieler Menschen kaum zulegt.
Auch auf dem Arbeitsmarkt werden die Folgen der demografischen Entwicklung zunehmend sichtbar. Das HRI erwartet für 2026 rund 300.000 weniger Erwerbstätige als 2024 und für 2027 einen weiteren Rückgang.
Fazit: Die besseren Konjunkturdaten sind ein positives Signal. Entscheidend wird jedoch sein, daraus nachhaltiges Wachstum zu entwickeln – durch Investitionen in Menschen, Bildung, Innovation, Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit.
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