HRI-Konjunkturprognose: Ein verlorenes Jahrzehnt

Düsseldorf, 19. September 2025 – Das Handelsblatt Research Institute hat seine Konjunkturerwartungen für dieses und das kommende Jahr gesenkt. Für 2025 erwarten die HRI-Ökonomen nun einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent. Das wäre der dritte Rückgang in Folgen, ein Novum in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Im Jahr 2026 dürfte die Wirtschaft dann um 0,7 Prozent wachsen.
Grund für das Wachstum im kommenden Jahr seien die geplanten zusätzlichen kreditfinanzierten Staatsausgaben. Allerdings werde es der Regierung mit ihrem keynesianisch anmutenden Konjunkturprogramm nicht gelingen, die Volkswirtschaft zurück auf einen Wachstumspfad zu bringen. Weder die geplanten Verteidigungsausgaben noch die Instandsetzung maroder Infrastruktur erweiterten die Produktionskapazitäten.
Anders als in früheren Schwächephasen scheidet dieses Mal ein Anziehen des Außenhandels als Initialzündung für einen Aufschwung aus. Im Gegenteil: Laut HRI-Prognose wird der Außenhandel in diesem Jahr das Wachstum um 1,4 Prozentpunkte dämpfen. Dies wäre der schlechteste gesamtwirtschaftliche Außenbeitrag seit Beginn der gesamtdeutschen Statistiken.
Der lange und beschäftigungsintensive Aufschwung hat in der Vergangenheit die Staatskassen gefüllt, so dass der Staat in den Jahren 2013 bis 2019 durchweg Überschüsse erzielte, die sich 2018 in der Spitze auf fast zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts beliefen. „Die heute offenkundigen Mängel bei Landesverteidigung und Infrastruktur sind also keineswegs auf die Schuldenbremse oder fehlende Haushaltsmittel zurückzuführen. Sie sind vielmehr das Resultat bewusster Politikentscheidungen vergangener Regierungen“, betont Handelsblatt Chefökonom Bert Rürup.“
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