Trotz Fachkräftemangel sinkt die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung auf ein Rekordtief

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Trotz Fachkräftemangel sinkt die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung auf ein Rekordtief

Düsseldorf, 28. November 2025 – Trotz des anhaltenden Fachkräftemangels sinkt die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung in Deutschland auf ein Rekordtief. Nach aktuellen Daten des Inklusionsbarometers Arbeit der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes liegt die Quote bei 4,4 Prozent – so niedrig wie nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2013. Der gesetzlich vorgeschriebene Wert von fünf Prozent rückt damit weiter in die Ferne.

Im Jahresdurchschnitt 2024 waren rund 175.000 Menschen mit Behinderung arbeitslos, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Und der Scheitelpunkt ist noch nicht erreicht: Im Oktober 2025 stieg die Zahl auf etwa 185.400, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die Corona- Pandemie, geopolitische Krisen und Hemmnisse beim Strukturwandel zur klimaneutralen Wirtschaft belasten die Konjunktur. Neben dauerhaft erwerbsunfähigen Personen gibt es eine große stille Reserve: Menschen mit Behinderung, die nicht als arbeitslos registriert sind oder die Arbeitssuche entmutigt aufgegeben haben. Die „stille Reserve“ führt dazu, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion und die Arbeitseinkommen nicht so hoch sind, wie sie sein könnten, wenn auch diese Personen im erwerbsfähigen Alter ihren Beitrag leisten könnten.

Technologische Innovationen und Künstliche Intelligenz können das Potenzial haben, Barrieren abzubauen und die Teilhabe zu verbessern – vorausgesetzt, sie wird inklusiv entwickelt. Assistenzsysteme, KI-gestützte Exoskelette, vereinfachte Bedienoberflächen oder personalisierte Lernpfade ermöglichen individuelle Arbeitsprozesse und bauen Barrieren ab, wo sie eine Teilhabe bislang verwehren. Doch falsch eingesetzt, droht zusätzliche Diskriminierung. Unternehmen müssen daher schon in der Entwicklungsphase die Bedarfe von Menschen mit Behinderung berücksichtigen.

Die gesamte Studie können Sie hier runterladen.

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