02.05.2022

HDE-Konsumbarometer im Mai

Wie das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt, trübt sich die Verbraucherstimmung im Mai weiter ein. Nachdem der Index nach dem Beginn des russischen Krieges in der Ukraine massiv eingebrochen war, geht er nun erneut zurück. Damit sinkt das HDE-Konsumbarometer bereits den sechsten Monat in Folge und erreicht einen neuen Allzeit-Tiefststand. Die Verschlechterung der Verbraucherstimmung fällt zwar wesentlich geringer aus als im Vormonat, doch die Aussichten für den privaten Konsum in den kommenden drei Monaten bleiben trübe.

Bei Anschaffungen herrscht unter Verbraucherinnen und Verbrauchern weiterhin Zurückhaltung. Ihre Anschaffungsneigung fällt auf einen neuen Allzeit-Tiefststand, während sich die Sparneigung im Vormonatsvergleich kaum verändert. Die Konsum- und Ausgabenplanung der nächsten Monate steht unter dem Eindruck des anhaltenden russischen Krieges in der Ukraine und des in dessen Folge steigenden Preisniveaus. Die Verbraucher rechnen zudem mit weiter zunehmenden Preissteigerungen. Es ist daher zu erwarten, dass sich der private Konsum in Abhängigkeit vom Verlauf des Krieges gedämpft entwickeln wird.

Auch auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland wirkt sich der Krieg in der Ukraine negativ aus. Das zeigte sich bereits im vergangenen Monat in den Erwartungen von Unternehmen und Verbrauchern sowie in aktualisierten Konjunkturprognosen. Während sich die Einschätzung der Unternehmen auf niedrigem Niveau stabilisiert hat, gehen die Konjunkturerwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher erneut zurück. Nahezu unverändert bleiben im Vergleich zum Vormonat hingegen die Einkommenserwartungen der Verbraucher. Allerdings liegen sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher unter dem Vorjahresniveau.

Die Entwicklung der Verbraucherstimmung ist derzeit vor allem vom Krieg in der Ukraine geprägt, während die Pandemie und das Infektionsgeschehen angesichts gelockerter Corona-Maßnahmen in den Hintergrund gerückt sind. Da der weitere Verlauf des Krieges ungewiss ist und seine wirtschaftlichen Auswirkungen nicht vollständig abzuschätzen sind, wird die eingetrübte Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher voraussichtlich anhalten und den privaten Konsum in den nächsten Wochen dämpfen.

Den Kurzbericht mit den Ergebnissen für Mai finden Sie hier zum kostenlosen Download.

Weitere Meldungen

01.08.2022


01.08.2022

HDE-Konsumbarometer im August: Verbraucherstimmung fällt auf Allzeittief

In den vergangenen Wochen hat die Unsicherheit zur Versorgungssituation mit Energie und davon abgeleitet der Kostenentwicklung deutlich zugenommen. Die potenziellen Auswirkungen in Form einer Rezession sowie – unter Umständen – deutlich steigenden Lebenshaltungskosten dokumentieren sich in einer weiteren deutlichen Eintrübung der Verbraucherstimmung in Deutschland. Auf Zeiten der Unsicherheit wird mit einer Konsumzurückhaltung in den kommenden Wochen reagiert. Ein im Frühjahr noch für möglich gehaltener Post-Corona-Konsumboom fällt dieses Jahr damit sicher aus.

mehr

06.07.2022


06.07.2022

HDE-Konsumbarometer im Juli: Verbraucherstimmung bleibt auf niedrigem Niveau

Im Juli verharrt die Verbraucherstimmung in Deutschland auf einem geringeren Niveau. Die geopolitische sowie gesamtwirtschaftliche Lage ist derzeit von großer Unsicherheit gekennzeichnet, sodass die weitere Entwicklung unklar ist. Sobald sich dies ändert, dürfte auch die Verbraucherstimmung wieder mehr reagieren – positiv oder negativ. Eine große Dynamik beim privaten Konsum in Deutschland ist in den kommenden Wochen nicht zu erwarten.

mehr

17.06.2022


17.06.2022

Das Handelsblatt Research Institute sagt in seiner neuen Sommer-Konjunkturprognose für Deutschland magere Zeiten voraus

Das Handelsblatt Research Institute (HRI) hat seine Konjunkturerwartungen für das laufende und das kommende Jahr für Deutschland deutlich gesenkt. Für 2022 erwarten die HRI-Ökonomen 1,6 Prozent Wirtschaftswachstum, für 2023 nur noch 0,8 Prozent.

mehr