27.11.2014

Zweite Ausgabe des Inklusionsbarometers der Aktion Mensch

Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich für Menschen mit Behinderung innerhalb eines Jahres nicht verbessert. Das ergibt das Inklusionsbarometer Arbeit der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes (HRI). Die Zahlen sind entmutigend, denn Menschen mit Behinderung haben es im Arbeitsleben weiter schwer: Die Anzahl der Arbeitslosen mit Schwerbehindertenausweis stieg dieses Jahr um rund 3000 auf 179.000. Zudem suchen Menschen mit Behinderung rund 100 Tage länger nach einem Arbeitsplatz als Menschen ohne Behinderung. Die Arbeitslosenquote ist bei Menschen mit Behinderung mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote. Sie liegt zurzeit bei 14 Prozent.

Rund 60 Prozent aller Arbeitgeber in Deutschland bleiben unterhalb der geforderten Einstellungsquote für Menschen mit Behinderung von fünf Prozent. Als Gründe für die Nichteinstellung nennen die Unternehmer die mangelnde Barrierefreiheit ihrer Firmen. Auch geben sie an, keine adäquaten Stellen frei zu haben. Sie zahlen stattdessen die gesetzliche Ausgleichsabgabe. Diese wird bei Unternehmen mit mehr als 20 Angestellten fällig. “Die Ausgleichsabgabe ist nicht das richtige Instrument, um Menschen mit Behinderung in Arbeit zu bringen”, sagt Prof. Bert Rürup, Präsident des HRI. Denn rund 3,4 Millionen Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern werden mit dieser Zahlung gar nicht konfrontiert. Dabei haben sie bundesweit ein Volumen von 8,5 Millionen Arbeitsplätzen und sind stetig auf der Suche nach geeigneten Fachkräften.

Zum Faktenblatt über das Inklusionsbarometer hier
Die komplette Studie kann hier runtergeladen werden.

Über das Inklusionsbarometer
Für das Inklusionsbarometer Arbeit hat das Handelsblatt Research Institut 402 mittelständische Unternehmen und 807 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung befragt. Zugleich sind die jüngsten Zahlen aus verschiedenen Quellen wie der Bundesagentur für Arbeit in die Bewertung eingeflossen. Das Barometer setzt sich aus Teilergebnissen zur Lage und zum Klima zusammen und wird von der Aktion Mensch 2014 zum zweiten Mal erhoben.

Über die Aktion Mensch e.V.
Die Aktion Mensch e.V. ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. In diesem Jahr feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als 3,5 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund 4,6 Millionen Loskäufer. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch.

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